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Extrablatt November 2014

Früchtebrote, Weihnachtsaroma in Quintessenz

In ganz Europa sowie auch einigen afrikanischen und asiatischen Ländern haben Früchtebrote eine uralte Tradition als Festtagsgebäck oder auch als energiereiche, lange haltbare Nahrung für ausgedehnte Reisen oder als Vorsorge für Zeiten des Mangels. Bereits die Kelten bereiteten aus Brotteig und Trockenfrüchten die nahrhafte Köstlichkeit. 

Bei uns war das Früchtebrot ursprünglich ein bäuerliches Schmankerl für die Adventszeit, in Zeiten, in denen man noch wenig verwöhnt war und nicht einmal träumen konnte von unserem heutigen Angebot an süßen Naschereien. Man mischte unter den ganz alltäglichen Schwarzbrotteig, was immer der Haushalt an Süßem hergab. Das war nicht viel: in erster Linie gedörrte Birnen (Kletzen), die zu mürbe zum Verzehr geworden waren, gelegentlich auch gedörrte Zwetschgen, und, wenn denn verfügbar, etwas Honig. Erst mit wachsendem Wohlstand und Ausbreitung des Handels wurde das Rezept immer mehr verfeinert durch Datteln, Feigen, Rosinen, Nüsse, Zitronat, Orangeat und Gewürze wie Zimt, Anis und Nelken. Und auch ein Schuss eines Obstbrandes konnte nicht schaden!

Man begann mit dem Backen der Früchtebrote um den 30. November, den Andreastag, herum. Wenn Früchtebrot auch in der gesamten Advents- und Weihnachtszeit gereicht wurde, musste es doch in jedem Fall für seine wichtige Rolle in den „Klöpfelnächten“ bereit sein. Diese begannen zu Allerseelen und trugen ihren Namen durch den Brauch, dass junge Burschen maskiert von Haus zu Haus gingen, an die Türe klopften und Verse aufsagten, mit denen sie Fruchtbarkeit und Segen für Haus, Hof und Felder erbaten. Zum Lohn erhielten sie ein Stück Früchtebrot, und junge Frauen überbrachten damit gleichzeitig eine Botschaft: Erhielt der Bursche eine grob zugerichtete Scheibe, sollte er sich im wahrsten Sinne des Wortes „vom Acker machen“ – war der Anschnitt dagegen glatt und säuberlich, durfte er sich Hoffnungen auf die Auserwählte machen. 

Am Weihnachtsabend hatte der Hausvater seinen Auftritt: Er schnitt die sorgfältig für diesen Zweck noch gehüteten Früchtebrote an und verteilte die Leckerei an seine Familie, die Knechte, Mägde, sogar die Tiere im Stall bekamen ihren Anteil, die sogenannte Maulgabe. 

Auch heute gibt es viele gute Gründe, sich an die Herstellung von Früchtebrot zu wagen: Es ist einfach zu backen, lange haltbar und der rege Austausch der Kulturen hat uns unzählige köstliche Varianten beschert, die es auszuprobieren lohnt. Und Sie wissen, was drin ist und können auf individuelle Vorlieben Rücksicht nehmen, während fertig gekauftes Früchtebrot häufig eine undefinierbare Mischung von geschwefeltem Trockenobst und Zitronat ist.

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